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07.09.2026 · Zuletzt aktualisiert: 22.09.2026 · 8 Min. Lesezeit

Balkonkraftwerk reinigen: ab welchem Befund es sich lohnt

Warum Reinigen am Balkongeländer kaum Ertrag bringt: belastbare Verlustwerte, eine Kostenrechnung und fünf Prüfpunkte für den sicheren Betrieb.

Balkonkraftwerk am Geländer nach Regen mit fast senkrechten Modulen.

Eine Anlage am Balkongeländer mit rund 600 kWh Jahresertrag verliert durch Verschmutzung etwa zwei Euro im Jahr. Ein übersehener Wechselrichter-Ausfall kostet einen ganzen Sommer.

Die verbreitete Frage lautet, wie man ein Balkonkraftwerk richtig putzt, und sie hängt an der kleineren der beiden Zahlen. Wer zweimal im Jahr zum Tuch greift und dabei nichts weiter ansieht, hat die halbe Stunde am Balkon an der schwächsten Stelle verbracht. Dieser Beitrag rechnet den Verschmutzungsverlust an einer Geländermontage durch, verfolgt zurück, woher die kursierenden 30 Prozent stammen, und stellt die Reihenfolge auf, in der sich ein sinkender Ertrag klären lässt.

Das Wichtigste in Kürze

  • 0,9 Prozent Jahresertrag kostet Verschmutzung dort, wo Regen wirksam abwäscht, und das ist die steile Geländermontage (Stand 23.08.2026). Bei 600 kWh Jahresertrag sind das 1,30 bis 2,00 Euro im Jahr.
  • Die kursierenden 20 bis 30 Prozent stammen aus der Landwirtschaft. Das DLG-Merkblatt 414 nennt 10 bis 15 Prozent für Solaranlagen auf Ställen und bis zu 30 Prozent bei extremer Verschmutzung.
  • Punktuelle Auflagen sind der Auslöser. Was sich aus zwei Metern Abstand als dunkler Fleck abzeichnet, nimmt über die Bypass-Diode eine ganze Zellgruppe aus dem Ertrag.
  • Gesetzliche Wartungspflicht: keine. Fünf Prüfpunkte an Halterung, Steckverbindung, Wechselrichter, Rahmen und Umgebung entscheiden über die Betriebsjahre.
  • Der einzige nennenswerte Betriebsposten ist der Wechselrichter, mit 110 bis 160 Euro Marktspanne (Stichprobe Juli 2026).
  • Bei sinkendem Ertrag kommt die Reinigung zuletzt, nach Vergleichstag, Umgebung, Steckverbindung und Wechselrichter.

Wie viel Ertrag kostet Verschmutzung am Balkongeländer?

An einer nahezu senkrecht am Geländer montierten Anlage kostet Verschmutzung im Jahresmittel knapp ein Prozent des Ertrags. Die in Ratgebern verbreiteten 20 bis 30 Prozent beschreiben andere Montagesituationen. Die erste europaweite Auswertung der Verschmutzungsverluste von Photovoltaik nennt zwei Zahlen für zwei Annahmen: 0,9 Prozent im Jahresmittel, wenn Regen den Schmutz wirksam abwäscht, und 5,3 Prozent, wenn er nur ein Zehntel davon abträgt [1]. Zwischen diesen beiden Zahlen entscheidet die Montage, und eine Geländeranlage steht am günstigen Ende: Flach liegende Module halten nach einem Regen Wasser auf der Fläche, wo sich Staub zu einem haftenden Rückstand verbindet, während steile Module von Regen, Schwerkraft und Wind zugleich profitieren. Für Wohngebäude-Module ab etwa 20 Grad Neigung kommt die Forschungsübersicht zu dem Schluss, dass eine Reinigung wirtschaftlich nicht zu begründen ist [2]. Ein Balkongeländer liegt mit 60 bis 90 Grad weit darüber.

Annahme für die Rechnung: 800 Wp am Geländer, rund 600 kWh Jahresertrag, 65 Prozent Eigenverbrauch, 37,0 Cent je Kilowattstunde, 0,9 Prozent Verschmutzungsverlust. Eigenverbrauch meint dabei den Anteil des erzeugten Stroms, der im Haushalt sofort verbraucht wird. 0,9 Prozent von 600 kWh sind 5,4 kWh im Jahr. Davon werden 3,5 kWh selbst verbraucht, was beim deutschen Haushaltsstrompreis von 37,0 Cent je Kilowattstunde 1,30 Euro entspricht [9]. Bleibt der gesamte Ertrag im Haushalt, liegt der vermiedene Verlust bei 2,00 Euro im Jahr.

Dagegen steht eine halbe Stunde Arbeit am Geländer, zweimal im Jahr, plus Eimer, Tuch und die Vorsicht auf einer Leiter. Über den zurückgewonnenen Ertrag rechnet sich die Reinigung an dieser Anlage nicht, und das gilt für jede Modulzahl gleich, weil sich beide Seiten der Rechnung mit der Anlagengröße mitbewegen.

Woher die 30 Prozent kommen, die überall stehen

Die Zahlen, die zur Modulreinigung kursieren, widersprechen sich kaum. Jede beschreibt eine andere Anlage, und die Herkunft entscheidet, welche für den eigenen Balkon zählt. Vier stehen im Umlauf:

Welche Zahl zu welchem Dach gehört
  • 0,9 Prozent im Jahr — Balkongeländer und jede andere steile Montage, an der Regen den Schmutz abwäscht. Europaweites Mittel der Verschmutzungsverluste.
  • 5,3 Prozent im Jahr — dieselbe Auswertung für den Fall, dass Regen nur ein Zehntel der Ablagerungen abträgt. Das ist die flache Lage, nicht das Geländer.
  • 3 bis 4 Prozent im Jahr — Angabe eines Reinigungsanbieters für Aufdach- und Freiflächenanlagen, nicht für Haushalte am Balkon.
  • 10 bis 15 Prozent, extrem bis 30 — Stalldach mit eingebackenem Staub aus Einstreu und Futtermitteln. Der Wert, der in den Ratgebern übrig geblieben ist.

Die höchsten Werte kommen aus der Landwirtschaft. Das DLG-Merkblatt 414 zur Reinigung von Solaranlagen auf Ställen nennt Ertragsverluste von 10 bis 15 Prozent und bei extremer Verschmutzung bis zu 30 Prozent [3]. Der Grund steht im Merkblatt gleich daneben: Staub aus Einstreu, Futtermitteln und Ernterückständen backt in der Sonnenwärme so fest an das Glas, dass Regen, Schnee und Wind ihn nach Einschätzung der DLG meist nicht mehr abtragen. Damit fällt am Stalldach der Mechanismus aus, der eine Geländeranlage sauber hält.

Ein zweiter Strang ist jünger. Im April 2026 verbreitete sich eine Auswertung, die Verschmutzung als unterschätzten Ertrags- und Wertverlustfaktor bei Photovoltaikanlagen beschreibt und für mitteleuropäische Bedingungen 3 bis 4 Prozent Ertragsverlust im Jahr nennt. Der Bundesverband Solarwirtschaft veröffentlichte sie am 15. April 2026, beauftragt hat sie die PViQ GmbH, ein Anbieter professioneller Photovoltaik-Reinigung [4]. Zwei Dinge fallen an dieser Zahl auf. Sie liegt rund viermal über dem europaweiten Mittel bei wirksamer Regenreinigung, und sie trifft die Schwelle, ab der sich eine bezahlte Reinigung nach Branchenfaustregel rechnet. Das macht die Auswertung nicht falsch. Sie beschreibt Aufdach- und Freiflächenanlagen, und sie ist von jemandem bezahlt, der Reinigungen verkauft.

Damit lässt sich die Ausgangsfrage beantworten: Von den 30 Prozent bleibt für ein Modul am Balkongeländer nichts übrig, was auf die eigene Fläche übertragbar wäre. Die Zahl gilt, sie gilt für ein Stalldach.

Schema, wie Regen an flachen und steilen Solarmodulen unterschiedlich abläuft.
Flach liegend hält das Modul Wasser und Staub, am 90-Grad-Geländer läuft beides ab.

Wann Putzen doch etwas bringt

Reinigung lohnt sich am Balkonkraftwerk punktuell. Eine lichtundurchlässige Auflage über einer Zellreihe kostet ein Vielfaches dessen, was gleichmäßiger Staub auf der ganzen Fläche kostet. Der Grund liegt in der Reihenschaltung: Die Zellen eines Moduls hängen hintereinander, und die schwächste bestimmt den Strom aller anderen. Dagegen sitzt die Bypass-Diode, ein Bauteil, das den Strom der intakten Zellen an der schwachen Gruppe vorbeileitet. Eine solche Diode überbrückt bei Siliziumzellen eine Gruppe von bis zu etwa 15 Zellen; ein Modul mit 36 Zellen führt deshalb zwei davon [5]. Sobald sie schaltet, fehlt der Beitrag dieser ganzen Gruppe — weit mehr als der Flächenanteil der Auflage.

Ein flächiger Staub- und Pollenfilm bleibt an einer steilen Geländermontage im Promillebereich des Jahresertrags. Eine handtellergroße, opake Auflage quer über einer Zellreihe wirkt anders. Vogelkot, ein Harztropfen von der Kastanie über dem Balkon oder ein Moosrand am Rahmenprofil können den betroffenen Strang bis zum nächsten kräftigen Regen abschalten.

Modulschema mit flächigem Staubfilm und opaker Auflage über einer Zellgruppe.
Flächenstaub kostet Promille, eine opake Auflage über einer Zellreihe schaltet den ganzen Strang ab.

Daraus folgt ein prüfbarer Auslöser für den Griff zum Tuch. Was sich aus zwei Metern Abstand als dunkler Fleck abzeichnet, gehört weg. Was erst im flachen Streiflicht sichtbar wird, bleibt liegen und wäscht sich mit dem nächsten Regen ab. Der Auslöser ist damit ein Befund am Modul und kein Termin im Kalender.

So reinigen Sie, ohne dem Modul zu schaden

Lauwarmes, kalkarmes Wasser, ein weiches Mikrofasertuch und kein Druck reichen für jede Auflage, die an einem Balkonmodul vorkommt. Moderne Module tragen eine Antireflexbeschichtung, die auf Mikrokratzer empfindlich reagiert, und hartes Leitungswasser hinterlässt nach dem Trocknen einen Kalkfilm, der mehr Lichtdurchlass kostet als der entfernte Staub. Ein Hochdruckreiniger belastet Rahmendichtung und Anschlussdose, und Herstelleransprüche können davon berührt sein.

Der Ablauf hat vier Schritte, und die Reihenfolge ist der eigentliche Schutz:

  • Anlage stromlos machen. Stecker aus der Steckdose ziehen, bevor Wasser an das Modul kommt.
  • Zeitpunkt wählen. Bedeckter Himmel oder frühe Morgenstunde, damit das Glas kühl ist und Wasser langsam trocknet.
  • Von oben nach unten arbeiten. Erst mit klarem Wasser lösen, dann mit dem feuchten Tuch nachwischen, ohne die Auflage über die Fläche zu ziehen.
  • Restwasser abziehen. Eine weiche Gummilippe verhindert den Kalkfilm, den freies Trocknen hinterlässt.

Scheuermittel, Spülmittel, Klingen und Bürsten mit harten Borsten bleiben in der Kammer. Der häufigste Schaden an einem Balkonmodul entsteht bei der Reinigung, seltener durch den Schmutz selbst.

Balkonmodul mit Eimer, weichem Tuch und ruhiger Reinigungssituation.
Kaltes Glas, klares Wasser, weiches Tuch: mehr braucht ein Balkonmodul an keiner Stelle.

Fünf Punkte, die beim Hinsehen auffallen

Ein Balkonkraftwerk unterliegt keiner gesetzlichen Wartungspflicht. In der Aufstellung der Verbraucherzentrale, was für ein Steckersolar-Gerät rechtlich gilt, stehen die Anmeldung im Marktstammdatenregister, die Grenzen von 800 Watt am Wechselrichter und 2.000 Watt Modulleistung sowie die Produktnorm DIN VDE V 0126-95 — eine Wartungs- oder Prüffrist kommt darin nicht vor [8]. Die fünf Punkte, die eine Sichtprüfung abdeckt, entscheiden trotzdem darüber, ob die Anlage zehn Jahre störungsfrei läuft, weil jeder von ihnen eine eigene Folge im Haushalt hat.

PrüfpunktWoran erkennbarFolge im Haushalt, wenn übersehen

Halterung und Klemmen

Spiel beim Rütteln, Rostfahnen unter der Schraube, verrutschte Auflage

Modul löst sich bei der nächsten Sturmlage, Fremdschaden geht in die Haftpflicht

Steckverbindung AC und DC

Grünspan am Kontakt, sprödes Kabel, lose sitzender Stecker

Übergangswiderstand und punktuelle Erwärmung, im schlechten Fall Ausfall an sonnigen Tagen

Wechselrichter

Statusleuchte, App-Wert dauerhaft unter Vorjahr, verstellte Hinterlüftung

teuerster Einzelposten fällt aus, Ertrag geht bis zum Ersatz verloren

Modulrahmen und Glas

Moosrand am Profil, stehendes Wasser an der Unterkante, feine Risse

Feuchteeintritt und Hotspots, irreversibel

Umgebung

neu gewachsener Ast, montierte Markise, aufgehängte Sichtschutzmatte

Verschattung kostet über die Bypass-Diode mehr Ertrag als jede Verschmutzung

Der Prüfzeitpunkt richtet sich nach der Belastung, die davor lag. In Deutschland und im Flachland Österreichs ist das die erste Herbststurmlage, in alpinen Lagen Österreichs und der Schweiz die erste Schneelast. Wer ohnehin schon oben ist, prüft Halterung und Stecker in derselben halben Stunde mit, in der er das Glas ansieht.

Fünf Prüfpunkte an Balkonkraftwerk, Halterung, Steckern, Wechselrichter, Rahmen und Umgebung.
Halterung, Stecker, Wechselrichter, Rahmen und Umgebung: fünf Stellen, an denen der Betrieb entschieden wird.

Welches Bauteil zuerst ausfällt, und was es kostet

Wer für die Anlage Geld zurücklegt, legt es für den Wechselrichter zurück. Der Mikrowechselrichter kommt am Balkonkraftwerk lange vor den Modulen an sein Ende und ist mit 110 bis 160 Euro der einzige nennenswerte Betriebsposten (Marktstichprobe Juli 2026) [7]. Für Reinigungsmittel, Werkzeug oder einen Dienstleister ist in dieser Rechnung kein Posten vorgesehen.

Die Module sind der Grund dafür, dass die Rücklage so klein bleibt. Datenblätter geben üblicherweise 0,35 bis 0,5 Prozent Leistungsverlust je Jahr an. Als das Fraunhofer ISE Module aus 44 deutschen Industriedach-Anlagen nach im Schnitt neuneinhalb Betriebsjahren im Labor nachmaß, lag der tatsächliche Verlust bei 0,14 Prozent je Jahr, je Standort zwischen 0,08 und 0,24 Prozent [6]. Diese Anlagen sind größer und besser gewartet als jedes Balkonmodul, deshalb ist der Wert eine Größenordnung und keine Zusage.

Über zehn Betriebsjahre summiert sich die Alterung damit auf 1,5 bis 5 Prozent Leistung. Dieser Verlust bleibt, während Verschmutzung mit dem nächsten kräftigen Regen verschwindet und im Folgejahr wieder bei Null anfängt. Kein Putzmittel holt ein gealtertes Modul zurück, und keine Rücklage macht es jünger. Welche Konfiguration sich unter welcher Bedingung überhaupt trägt, ordnet der Beitrag Balkonkraftwerk mit Speicher ein, und die Rücklage für den Wechselrichter gehört in jede dieser Varianten.

Der Ertrag sinkt: was prüfe ich in welcher Reihenfolge?

Bei sinkendem Ertrag steht die Reinigung an letzter Stelle der Prüfkette, weil vier häufigere Ursachen davorliegen. Die Reihenfolge spart Arbeit, denn jeder Schritt hat ein Ausschlusskriterium, nach dem der nächste entfällt.

  1. Vergleichstag suchen. Zwei klare Tage derselben Jahreszeit gegeneinanderstellen, Juli gegen Juli. Liegt die Abweichung unter etwa 10 Prozent, ist sie Wetter.
  2. Umgebung ansehen. Ist zwischen den beiden Tagen etwas dazugekommen, ein gewachsener Ast, eine Markise, eine Sichtschutzmatte, ein Nachbarbau? Ohne sichtbare Veränderung weiter.
  3. Steckverbindung und Kabel prüfen. Sichtbefund nach Zeile 2 der Prüftabelle. Blanke Kontakte und unversehrte Kabel schließen den Schritt ab.
  4. Wechselrichter auslesen. Statusanzeige und App-Verlauf. Ein Einbruch von einem Tag auf den nächsten ist immer Technik.
  5. Erst jetzt die Modulfläche. Hier zählt die opake Auflage mehr als der flächige Staub.

Die Reihenfolge trägt, weil sie dem Verlaufsmuster folgt. Ein plötzlicher Einbruch ist Technik, ein schleichender Rückgang über Wochen ist meist die Umgebung, und Schmutz ist in beiden Fällen selten die Antwort. Wenn Schritt 2 einen gewachsenen Baum oder eine neue Markise zutage bringt, wird aus der Pflegefrage eine Standortfrage. Wo die Grenze liegt, ab welcher Schattendauer sich ein Balkonkraftwerk nicht mehr trägt, ist dort mit Stundenwerten hinterlegt.

Was die halbe Stunde am Balkon einbringt

Wenn der vermiedene Verschmutzungsverlust an einer Geländeranlage bei rund zwei Euro im Jahr liegt, bleibt offen, warum der Pflegetermin überhaupt lohnt. Über den Ertrag lässt sich das nicht begründen, das hat die Rechnung weiter oben gezeigt.

Der Wert liegt in dem, was dabei auffällt. Von den fünf Prüfpunkten zeigt sich keiner in einer App. Eine lose Klemme verrät sich beim Rütteln, Grünspan am Kontakt beim genauen Blick auf den Stecker, und beide kosten im Schadensfall ein Vielfaches des Jahresertrags, den eine Reinigung zurückholt. Die halbe Stunde am Balkon ist keine Reinigung mit Sichtprüfung, sondern eine Sichtprüfung mit Reinigungsoption.

Was zweimal im Jahr genügt
  • Zweimal hinsehen: im Frühjahr nach der Pollenlage, im Spätherbst nach der ersten Sturmlage.
  • Reinigen nach Befund: Die punktuelle Auflage kommt weg, flächiger Staub bleibt dem nächsten Regen überlassen.
  • Kein Reinigungsvertrag für eine Anlage dieser Größe. Die Sichtprüfung übernimmt der Haushalt selbst, weil sie ohnehin nur Augen und eine halbe Stunde braucht.
Balkonkraftwerk am Geländer bei herbstlicher Sichtprüfung nach Sturmwetter.
Die zweite Prüfung des Jahres kommt nach der ersten Sturmlage, und sie beginnt an der Halterung.

Der letzte Punkt lässt sich beziffern. Ein Reinigungsauftrag an einen Dienstleister liegt bei 4 bis 7 Euro je Modul, und für An- und Abfahrt setzen die Anbieter einen Mindestauftragswert von 200 bis 500 Euro an [10]. Für zwei Module am Geländer stehen damit im günstigsten Fall gut 200 Euro gegen einen Jahreswert von zwei Euro.

Dieselbe Übersicht nennt als Faustregel, dass sich eine bezahlte Reinigung erst ab 3 bis 4 Prozent Ertragsverlust trägt — ein Wert, den eine steile Geländeranlage nicht erreicht. Ein Dienstleister trägt sich ab der Dachfläche, wo die Neigung flach ist und die Fläche groß.

Betrieb prüfen

Wenn Sie wissen wollen, ob Ihre Anlage sauber läuft

Wir sehen uns Ihre Ertragswerte, die Montagesituation und die Prüfpunkte gemeinsam an. Am Ende wissen Sie, welche Rücklage sinnvoll ist und welche Arbeit Sie sich sparen können.

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Häufige Fragen zum Reinigen und Warten des Balkonkraftwerks

Wie oft muss ich mein Balkonkraftwerk reinigen?

Nach Befund, nicht nach Kalender. Zweimal im Jahr hinsehen genügt, im Frühjahr nach der Pollenlage und im Spätherbst. Gereinigt wird, was sich aus zwei Metern Abstand als dunkler Fleck abzeichnet.

Muss ein Balkonkraftwerk gewartet werden?

Eine gesetzliche Wartungspflicht besteht nicht. Die Sichtprüfung ist freiwillig und trotzdem der Posten, der Geld hält, weil sie Halterung, Steckverbindung, Wechselrichter, Rahmen und Umgebung abdeckt.

Wie viel Ertrag kostet Verschmutzung am Balkonkraftwerk?

An einer steilen Geländermontage 0,9 Prozent im Jahresmittel. Bei 600 kWh Jahresertrag und 37,0 Cent je Kilowattstunde entspricht das 1,30 bis 2,00 Euro im Jahr.

Darf ich einen Hochdruckreiniger verwenden?

Nein. Der Wasserstrahl belastet Rahmendichtung und Anschlussdose, und Herstelleransprüche können davon berührt sein. Lauwarmes, kalkarmes Wasser und ein weiches Mikrofasertuch reichen aus.

Was kostet der Betrieb im Jahr?

Laufend nahezu nichts. Der einzige nennenswerte Posten ist der Wechselrichter mit 110 bis 160 Euro, einmalig über die Laufzeit (Marktstichprobe Juli 2026).

Muss ich Schnee vom Modul räumen?

Am steilen Geländermodul rutscht Schnee meist von selbst ab, und der Dezemberertrag ist ohnehin klein. Was Schnee, Eis und Niedrigsonne im Haushalt ändern, steht im Beitrag zum Balkonkraftwerk im Winter.

Verliere ich durch falsches Reinigen die Garantie?

Das ist möglich. Scheuermittel, Hochdruck und Werkzeuge am Glas sind in Herstellerbedingungen häufig ausgeschlossen. Die eigenen Bedingungen vor der ersten Reinigung nachlesen.

Weiterführend

Quellen

  1. [1]Fernández Solas et al., „Photovoltaic soiling loss in Europe: Geographical distribution and cleaning recommendations", Renewable Energy 239 (2025), — Zahlenwiedergabe über pv magazine, „Researchers complete Europe's first PV soiling loss assessment", 11.12.2024 https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0960148124021542
  2. [2]„Analysis of Soiling Loss in Photovoltaic Modules: A Review of the Impact of Atmospheric Parameters, Soil Properties, and Mitigation Approaches", Sustainability 15(24):16669 https://www.mdpi.com/2071-1050/15/24/16669
  3. [3]DLG-Merkblatt 414, „Reinigung von Solaranlagen auf Ställen", Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft https://www.dlg.org/fileadmin/downloads/landwirtschaft/themen/publikationen/merkblaetter/dlg-merkblatt_414.pdf
  4. [4]Bundesverband Solarwirtschaft, Meldung vom 15.04.2026 zu Ertrags- und Wertverlusten durch Verschmutzung (Autor Dr. Ralf Thies, Auftraggeberin PViQ GmbH) https://www.solarwirtschaft.de/2026/04/15/studien-belegen-verschmutzung-verursacht-relevante-ertrags-und-wertverluste-bei-pv-anlagen/
  5. [5]PVEducation (PVCDROM), „Bypass Diodes" https://www.pveducation.org/pvcdrom/modules/bypass-diodes
  6. [6]Kiefer, Farnung, Müller et al., „Degradation in PV Power Plants: Theory and Practice", 36th European Photovoltaic Solar Energy Conference, Fraunhofer ISE https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/conference-paper/36-eupvsec-2019/Kiefer_5BO75.pdf
  7. [7]reduco.ai, „Balkonkraftwerk Wechselrichter 2026: 800-Watt-Vergleich", Stand 09.07.2026 https://reduco.ai/blog/solar/balkonkraftwerk-wechselrichter-vergleich
  8. [8]Verbraucherzentrale, „Gesetze und Normen für Steckersolar: Was gilt, was gilt (noch) nicht?" https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/erneuerbare-energien/gesetze-und-normen-fuer-steckersolar-was-gilt-was-gilt-noch-nicht-90740
  9. [9]BDEW, Strompreisanalyse — Haushaltsstrompreis Deutschland 37,0 ct/kWh, Stand April 2026 https://www.bdew.de/service/daten-und-grafiken/bdew-strompreisanalyse/
  10. [10]42watt, „PV-Reinigung: Lohnt sich die Solaranlagen-Reinigung?" https://42watt.de/magazin/pv-reinigen
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