Recherche, Faktenprüfung und laufend aktualisierte Rechts- und Förderstände kosten Arbeitszeit. Ab 2027 will StromVerstand einen Teil davon über Affiliate-Links finanzieren: Verlinkungen zu ausgewählten Hersteller-Produkten, für die wir bei einem Kauf eine Provision erhalten. Diese Einnahmeform kann eine Empfehlung verzerren, wenn die Provision über den Hersteller-Namen entscheidet statt der Sache. Deshalb veröffentlichen wir zuerst, wen wir überhaupt verlinken wollen und woran wir uns binden, bevor der erste Affiliate-Link erscheint.
Das Wichtigste in Kürze
- StromVerstand plant Affiliate-Verlinkungen ab 2027 zu ausgewählten Hersteller-Produkten, um einen Teil der redaktionellen Arbeit zu finanzieren.
- Partnerwahl nach Grundsätzen: Beitrag zur Energiewende, Langlebigkeit, dokumentierte Lieferkette, Weiterbetrieb ohne Hersteller-Cloud, erreichbarer Service — jeweils mit Beleg, sonst keine Verlinkung.
- Drei Verpflichtungen vor dem ersten Affiliate-Link: (1) Trennsatz oben, (2) Bedingung vor dem Hersteller-Namen, (3) jährlicher Audit am 01.04.
- Trennsatz steht über jedem affiliate-haltigen Abschnitt, nicht im Footer.
- Was wir nicht tun: Linksammlungen, Bestenlisten, undokumentierte Konditionen.
- Korrektur-Praxis: Fehler lassen sich über connect@strom-verstand.de melden, wir korrigieren transparent und dokumentiert.
Warum dieser Blog überhaupt Geld braucht
Ein Beitrag wie die HTW-Effizienz-Auswertung oder die Förderübersicht für Österreich entsteht nicht nebenbei: Primärquellen prüfen, Rechenwege nachvollziehen, Rechts- und Förderstände nach jedem Update erneut abgleichen. Diese Arbeit läuft weiter, unabhängig davon, ob ein Beitrag verkauft oder nur erklärt.
Affiliate ist der erste Weg, den wir dafür ab 2027 erproben: Wer über einen gekennzeichneten Link kauft, löst bei StromVerstand eine Provision aus. Welchen Anteil das an der redaktionellen Arbeit tatsächlich trägt und welche weiteren Wege daneben entstehen, zeigt frühestens der erste Audit-Bericht. StromVerstand kommt nicht ohne kommerzielle Einnahmen aus, ist aber transparent über die Mischung.
Was an Affiliate das Problem ist
Eine Provision entsteht durch den Kauf, nicht durch die richtige Entscheidung. Ein Hersteller mit höherer Provision hat einen Anreiz, häufiger genannt zu werden, unabhängig davon, ob sein Produkt für die jeweilige Leserfrage passt. Bestenlisten-Magazine zeigen, wohin das führen kann: „Testsieger" oder „Top 10" behaupten eine Rangfolge, ohne die Bedingung zu nennen, unter der sie gilt.
Guter Wille allein gleicht das nicht aus; nur eine Reihenfolge, die den Interessenkonflikt strukturell aussperrt, tut es. Das ist der Zweck der folgenden Abschnitte.
Wen wir überhaupt verlinken wollen
Bevor eine Provision überhaupt zur Debatte steht, muss ein Hersteller-Produkt fünf Grundsätze erfüllen. Jeder Grundsatz hat einen Prüfweg; fehlt der Beleg, bleibt es ohne Verlinkung bei einer normalen Nennung im Text — oder ganz ohne Nennung.
| Grundsatz | Womit wir das prüfen | Wenn der Beleg fehlt |
|---|---|---|
Das Produkt trägt zur Energiewende bei, statt nur mit ihr zu werben | der fachliche Nutzen ist im zugehörigen Beitrag hergeleitet: Eigenverbrauch, Effizienz oder Lastverschiebung mit Zahlen | keine Verlinkung |
Langlebigkeit und Reparierbarkeit | öffentlich zugängliche Angaben zu Ersatzteilversorgung, Garantiedauer und Firmware-Support-Zeitraum | keine Verlinkung, höchstens eine Nennung ohne Link |
Lieferkette dokumentiert | veröffentlichte Lieferketten- oder Sorgfaltserklärung des Herstellers, bei Speichern zusätzlich Angaben zur Zellherkunft | keine Verlinkung |
Weiterbetrieb ohne Hersteller-Cloud | eine dokumentierte lokale Schnittstelle (etwa Modbus, MQTT oder OCPP), sodass das Gerät auch nutzbar bleibt, wenn ein Hersteller seine Cloud abschaltet | die Einschränkung wird im Beitrag benannt; verlinkt wird nur, wenn dieser Hinweis dort steht |
Erreichbarer Service im deutschsprachigen Raum | ein dokumentierter Supportweg und eine nachvollziehbare Abwicklung von Garantiefällen | keine Verlinkung |
Diese Grundsätze sind Anforderungen, die wir an ein Angebot stellen, keine Aussage darüber, wie ein bestimmter Hersteller tatsächlich produziert. Ob ein Beleg vorliegt, kann sich ändern; die Prüfung gilt dann für die neue Lage, nicht rückwirkend für einen vergangenen Beitrag.
Erst wenn ein Produkt diese fünf Punkte besteht, folgt die technische Auswahl: HTW-SPI oder vergleichbarer Effizienz-Score, Garantie und Service-Netz, Datenschutz und Cloud-Stabilität, Endkundenpreis im Korridor des Beitrags. Nach diesen Kriterien wird die Auswahl getroffen. Erst dann wird geprüft, ob das Produkt überhaupt Teil eines Affiliate-Programms ist. Fehlt das Programm, bleibt es bei einer textlichen Empfehlung ohne Link. Wenn ein Hersteller mit höherer Provision bessere Konditionen anbietet, aber schlechtere Effizienz oder Garantie hat: keine Verlinkung. Die Provision verzerrt die Empfehlung nicht.

Woran wir uns binden
Aus dieser Partnerwahl folgen drei Verpflichtungen. Sie sind nicht verhandelbar; sie bilden die Vertrauens-Grundlage zwischen Lesenden und Redaktion.
Verpflichtung 1: Affiliate-Trennsatz
Jeder affiliate-haltige Abschnitt eines Beitrags trägt direkt darüber einen Trennsatz im Wortlaut:
Der Trennsatz steht über dem Abschnitt, nicht im Footer. Wer den Affiliate-Charakter erst am Ende des Beitrags entdeckt, fühlt sich getäuscht. Wer ihn am Anfang des Abschnitts liest, kann die Empfehlung sofort einordnen. Bei mehreren Affiliate-Links in einem Beitrag steht ein Trennsatz pro Abschnitt, nicht ein einziger pauschaler Hinweis.
Verpflichtung 2: Die Bedingung steht vor der Empfehlung
Vor jeder Hersteller-Empfehlung steht die Bedingung aus dem zugehörigen Beitrag. Beispiel im Heimspeicher-Kontext: Der Beitrag Stromspeicher 10 kWh rechnet die Speicher-Grenze über die garantierte Restkapazität aus. Für ein Modell mit hoher Garantie-Restkapazität liegt sie bei rund 460 €/kWh; eine Hersteller-Empfehlung im affiliate-haltigen Abschnitt müsste diese Herleitung also vor dem Namen wiederholen:
[Trennsatz …] Bei rund 460 €/kWh Endkundenpreis, Klasse-A-Effizienz und einer Garantie-Restkapazität von mindestens 85 Prozent nach zehn Jahren: Diese Bedingungen erfüllt aktuell zum Beispiel [Hersteller / Modell] zu rund 4.600 € für 10 kWh ([Affiliate-Link]).
Preis, Effizienzklasse und Garantiedauer stehen vor dem Hersteller-Namen. Wer die eigene Lage außerhalb dieser Zahlen wiederfindet, weiß sofort: Die Empfehlung gilt für einen anderen Fall. Es bleibt eine bedingungsgebundene Aussage statt eines „Topangebots".
Verpflichtung 3: Jährlicher Affiliate-Audit
Einmal jährlich am 01.04. (Berichtszeitraum: Vorjahr 01.01.–31.12.) veröffentlichen wir einen Audit-Bericht mit:
- Einnahmen-Größenordnung in Prozent des Jahresumsatzes der Redaktion
- Liste aller affiliate-haltigen Beiträge
- Hersteller-Liste mit Provisions-Rahmen
- Belegliste je Partner: auf welche der fünf Grundsätze sich die Aufnahme stützt
- Korrektur-Fälle des Vorjahres
Der Audit-Bericht erscheint als eigener Beitrag mit dauerhaft stabiler Adresse.
- Kennzeichnen: Über jedem Abschnitt mit Empfehlungslink steht der Trennsatz im festen Wortlaut, bevor der Link kommt.
- Bedingung vor Marke: Vor jeder Hersteller-Nennung stehen Preis, Effizienzklasse und Garantiedauer, unter denen die Empfehlung überhaupt gilt.
- Offenlegen: Sonderkonditionen, Abweichungen vom Standard und die Belege je Partner gehören in den Jahresbericht, nicht in die Fußnote.
Was wir nicht tun
Keine Linksammlungen: Affiliate-Links erscheinen ausschließlich im redaktionellen Kontext eines konkreten Beitrags, mit Bedingung davor. Wir bauen keine Sammlung „Beste Speicher 2026" mit zehn Hersteller-Boxen.
Keine Bestenlisten: „Testsieger", „Top 10", „beste Marke" behaupten eine Rangfolge ohne die Bedingung, unter der sie gilt. Wer eine Bestenliste sucht, findet sie anderswo, nicht bei uns.
Keine undokumentierten Konditionen: Wenn Hersteller-Verträge Sonderbedingungen enthalten, etwa erhöhte Provision bei bestimmten Modellen, legen wir das im Audit-Bericht offen.
Wo nie ein Empfehlungslink steht
| Beitrags-Typ | Affiliate erlaubt? |
|---|---|
Vergleichsbeiträge mit Preisgrenze (H1, H2) | ja, mit Trennsatz und genannter Bedingung |
Hardware-Vertiefungen (H1, H2) | ja, mit Trennsatz |
Förder- und Rechts-Beiträge (H3) | nein (neutrale Informations-Pflicht) |
Tarif-Beiträge (H4) | begrenzt (nur bei Hardware-Empfehlungen, nicht bei Tarif-Verlinkungen) |
Forschungsradar (H5) | nein (bewusst marktneutral) |
Meta-Beiträge | nein (keine kommerzielle Vermischung mit redaktionellen Standards) |
Rechts- und Förder-Beiträge bleiben affiliate-frei, weil die Lesenden hier neutrale Information erwarten. Forschungsradar-Beiträge sind bewusst marktneutral. Ein Meta-Beitrag wie dieser bleibt affiliate-frei, damit redaktionelle Standards und Erlösinteresse sich nicht vermischen.
Wenn wir uns irren
Fehler passieren. Wenn ein Trennsatz vergessen wurde, eine Bedingung unklar benannt war oder eine Hersteller-Empfehlung im Nachhinein nicht mehr trägt, korrigieren wir transparent:
Schritt 1: Lesende melden Fehler über connect@strom-verstand.de. Wir bestätigen den Erhalt innerhalb von 48 Stunden werktags.
Schritt 2: Wir prüfen den gemeldeten Fall innerhalb von einer Woche. Bei berechtigter Beanstandung korrigieren wir den betroffenen Beitrag.
Schritt 3: Die Korrektur wird im Beitrag selbst als Update-Vermerk dokumentiert (zum Beispiel „Update 2027-04-15: Affiliate-Link entfernt nach Hinweis auf nicht mehr aktuelle Konditionen.") und im jährlichen Audit-Bericht aufgelistet.
Keine stillen Korrekturen, keine Edit-Spurlöschung. Wer einen Fehler meldet, sieht die Korrektur dokumentiert.
Wie sich das nachprüfen lässt
Alles oben Beschriebene wäre nur eine Ankündigung, wenn niemand es nachprüfen könnte. Deshalb ist der Jahresbericht der Zielpunkt der gesamten Kette: Erst hier zeigt sich, ob die Grundsätze bei der Partnerwahl tatsächlich angewendet wurden, ob Trennsatz und Bedingung eingehalten wurden und wie mit gemeldeten Fehlern umgegangen wurde. Der erste Bericht erscheint am 01.04.2028 für das Berichtsjahr 2027, das erste Jahr mit Affiliate-Aktivierung. Er bleibt im Blog-Archiv dauerhaft verfügbar; jeder Jahrgang bekommt eine eigene, stabile Adresse.
Einmal jährlich zum 01.04. für das Vorjahr: welche Partnerprogramme aktiv waren, auf welche Belege sich die jeweilige Partnerwahl stützte, in welcher Größenordnung sich Provisionen bewegten, welche Korrekturen gemeldet und wie schnell sie umgesetzt wurden, und an welcher Stelle wir vom eigenen Standard abgewichen sind.
Häufige Fragen
Warum publiziert StromVerstand diesen Beitrag jetzt?
Weil wir Affiliate-Links ab 2027 einsetzen wollen. Vor der Aktivierung wird der Standard publiziert, danach gilt er. Diese Reihenfolge ist absichtlich.
Wann erscheint der erste Audit-Bericht?
Am 01.04.2028, mit Berichtszeitraum 2027 (das erste Jahr mit Affiliate-Aktivierung).
Verdient StromVerstand auch ohne Affiliate?
Affiliate ist der erste Weg, den wir dafür erproben, nicht der einzige denkbare. Welche Größenordnung er erreicht und welche weiteren Wege daneben entstehen, zeigt der jährliche Audit-Bericht — hier machen wir keine Prognose, die wir später korrigieren müssten.
Was bedeutet „Provision" konkret?
Bei einem Affiliate-Link auf einen Hersteller-Shop erhält StromVerstand einen Prozentsatz des Kaufpreises (typisch 2–8 Prozent), wenn ein Käufer über unseren Link bestellt. Die genauen Sätze pro Hersteller publizieren wir im jährlichen Audit.
Kann ich verhindern, dass ich auf Affiliate-Links klicke?
Ja. Jeder Affiliate-Link ist als solcher gekennzeichnet, im Trennsatz und über das Link-Format. Wer einen anderen Pfad zum Hersteller bevorzugt, ruft den Hersteller direkt auf; die genannte Bedingung im Beitrag bleibt unabhängig vom Link gültig.
Welche Beiträge bleiben affiliate-frei?
Alle Förder-, Rechts- und Forschungsradar-Beiträge. Dazu Meta-Beiträge wie dieser. Vergleichs- und Hardware-Beiträge können Affiliate enthalten, müssen aber nicht.
Was, wenn ein Hersteller unsere Kriterien erfüllt, aber kein Partnerprogramm hat?
Dann bleibt es bei einer textlichen Empfehlung ohne Link. Die Reihenfolge — erst Grundsätze und Fachkriterien, dann die Frage nach einem Partnerprogramm — gilt unabhängig davon, ob es am Ende einen Link gibt.
Woran erkenne ich, dass ein Partner nach diesen Grundsätzen geprüft wurde?
Am Jahresbericht: Dort listen wir zu jedem Partner, auf welche der fünf Grundsätze sich die Aufnahme stützt.
Wer entscheidet, welche Hersteller wir empfehlen?
Die Redaktion, nicht der Affiliate-Partner. Die Auswahl folgt zuerst den Grundsätzen zur Energiewende, Langlebigkeit, Lieferkette, Cloud-Unabhängigkeit und Service, dann den technischen Prüfkriterien aus den Beiträgen, in dieser Reihenfolge.
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