Die maximale Steckersolar-Konfiguration in Deutschland heißt 2.000 Wp Modul-Gesamtleistung an einem 800-VA-Wechselrichter, ergänzt um einen Mini-Speicher. Mit Halterung und Anschluss-Material kosten typische Setups 2026 zwischen 1.800 und 3.000 Euro. Wirtschaftlich tragfähig ist diese Konfiguration nicht für jeden Haushalt. Über die Schwelle entscheiden Jahresverbrauch, Eigenverbrauchsfenster, Wohndauer und Traglast der Halterung. Wer sie nicht prüft, kauft eine Über-Dimensionierung.
Das Wichtigste in Kürze
- 2.000 Wp Modul-Gesamtleistung am 800-VA-Wechselrichter + Mini-Speicher 2 kWh (typisch).
- Hardware-Kosten 2026: 1.650–2.650 € Kernkomponenten, mit Halterung und Anschluss-Material 1.800–3.000 €.
- Sweet Spot: Jahresverbrauch 2.500–4.500 kWh mit 2,0-kWh-Speicher; 2,5 kWh nur, wenn danach noch nennenswert eingespeist wird. Dazu Eigenverbrauchsfenster tagsüber < 4 Stunden, Wohnsituation ≥ 5 Jahre, Statik trägt 4–5 Module.
- Über-Dimensionierung unter 2.500 kWh Verbrauch, sofern tagsüber keine nennenswerte Last anliegt.
- Aufdach-PV statt Balkon-Maximum nur, wenn > 4.500 kWh Verbrauch, Wärmepumpe oder Wallbox und eigener Dachzugang zusammenkommen. Ohne eigenen Dachzugang, also in der Mietwohnung oder der Eigentumswohnung ohne Dachrecht, bleibt das Balkon-Maximum auch über 4.500 kWh die richtige Wahl.
- Speicher zählt nicht zur 800-VA-Grenze, wird in Deutschland aber separat im MaStR eingetragen.
- Geltung: Die vier Bedingungen gelten für DE, AT und CH, die Zahlen nicht. Ertrag, Ersparnis und Amortisation unten sind mit der deutschen 800-VA-Kappung und deutschen Strompreisen gerechnet. Wer in Österreich oder der Schweiz liest, klärt zuerst die eigene steckbare Leistung; siehe „Geltungsgrenze".
Warum die 2.000-Wp-Maximalkonfiguration anders rechnet
Mit 2.000 Wp geben die Module mittags mehr Leistung ab, als der 800-VA-Wechselrichter durchlässt. Dieser Drosselverlust liegt bei Süd-30°-Ausrichtung im Mittagsbereich bei rund 11 Prozent; der Mehrertrag in den Morgen-, Abend- und Übergangs-Stunden fängt ihn zum größeren Teil auf, aber nicht vollständig.
Konkret liefert Süd 30° mit 2.000 Wp rund 1.380 kWh Jahresertrag nach HTW-Berlin-Methodik gegenüber rund 1.200 kWh bei 1.600 Wp, also plus 180 kWh pro Jahr. Je installiertem Kilowatt sind das rund 690 statt 750 kWh: In Summe bringt die Maximalkonfiguration mehr, je eingesetztem Kilowatt Modulleistung rund 8 Prozent weniger. Bei Nord-, Ost- oder Westbalkonen oder Teilverschattung lohnt sich die obere Grenze noch deutlicher, weil der Drosselverlust dort unter 2 Prozent fällt. Details zur Drossel-Logik liefert Balkonkraftwerk 800 Watt und 2.000 Wp. Für die Sweet-Spot-Frage hier zählt vor allem das Ergebnis: mehr Ertrag absolut, aber rund 8 Prozent weniger je eingesetztem Kilowatt.
Speicher-Auslegung für 2.000 Wp
Von den 1.000–1.400 kWh je nach Lage, an Süd 30° die rund 1.380 kWh von oben, puffert ein Mini-Speicher einen Teil in die Abendstunden. Wie viel er holen kann, hängt an dem, was tagsüber übrig bleibt. Ein Speicher sammelt nur ein, was sonst ins Netz ginge. Der Jahresverbrauch zeigt nur, ob abends genug Last anliegt, um den Puffer bis zum nächsten Morgen zu leeren. Drei Größen sind 2026 marktüblich:
- 1,5 kWh: deckt den Abendbedarf eines Zwei-Personen-Haushalts, kürzeste Amortisation.
- 2,0 kWh (Sweet Spot): nimmt im Rechenfall unten 570 kWh im Jahr auf, die sonst eingespeist würden, und hat damit den breitesten Amortisations-Korridor.
- 2,5 kWh: lohnt nur, wenn im 2,0-kWh-Fall noch nennenswert eingespeist wird; die Rechnung dazu steht in „Hardware-Kosten 2026 als Gesamtsumme".
Über 2,5 kWh hinaus rechtfertigt der Eigenverbrauchs-Effekt die Mehrkosten selten; die obere Grenze ist wirtschaftlich gesetzt, technisch ließe die 800-VA-Limitierung mehr zu. Details zur Größen-Logik stehen in Speicher-Größe nach Jahresverbrauch. Für 2.000 Wp bleibt 2,0 kWh der Sweet Spot, 2,5 kWh die Ausnahme bei belegtem Restüberschuss.
Eigenverbrauchsquote bei 2.000 Wp + 2 kWh
Die Annahme für den Rechenfall ist ein Vier-Personen-Haushalt mit 3.800 kWh Jahresverbrauch, 2.000 Wp Modulleistung, 2-kWh-Speicher und den 1.380 kWh Jahresertrag aus dem Abschnitt oben. Nach der HTW-Stromspeicher-Inspektion 2026 erreicht dieses Setup eine Quote von rund 70 bis 80 Prozent, gegenüber 30 bis 40 Prozent ohne Speicher. Den Unterschied macht das Eigenverbrauchsfenster, also die Stunden zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, in denen jemand zu Hause Strom braucht. Liegt es unter 4 Stunden am Werktag, wie bei Berufstätigen ohne Homeoffice, fällt die Erzeugung in eine leere Wohnung, und erst der Speicher schiebt sie in den Abend.
Von diesen 1.380 kWh werden so rund 970–1.100 kWh selbst verbraucht, der Rest wird eingespeist. Eine selbst verbrauchte Kilowattstunde spart den Haushalts-Strompreis, eine eingespeiste bringt nur die Vergütung: 2026 rund 37 ct gegenüber 7,70 ct, eine Spreizung von rund 29 ct/kWh. Daraus entstehen 280–320 Euro pro Jahr — das ist der Vorteil des Eigenverbrauchs gegenüber der Volleinspeisung, nicht die Jahresersparnis der Anlage; die steht unten in der Bezugsbasis-Tabelle. Wer im vereinfachten Verfahren auf die Vergütung verzichtet (§ 48 EEG 2023), verliert die 7,70 ct für die eingespeisten Kilowattstunden. Das dreht in zwei Richtungen: Für den Speicher wächst die Spreizung auf die vollen 37 ct, er rechnet sich schneller. Für die Anlage als Ganzes fällt die Jahresersparnis unten von rund 414 auf rund 389 Euro, die Amortisation wird also länger.
Fünf Haushaltstypen im Vergleich
| Haushaltstyp | Jahresverbrauch | PV-Lage | Empfehlung |
|---|---|---|---|
2 Personen ohne Großverbraucher | 2.000–2.500 kWh | Süd 20–30° | 1.200–1.600 Wp + 1,5 kWh, 2.000 Wp Über-Dimensionierung |
2 Personen mit Homeoffice tagsüber | 2.000–3.000 kWh | beliebig | 2.000 Wp ohne Speicher, Tageslast nutzt Erzeugung direkt |
3–4 Personen, Standardprofil | 2.500–4.000 kWh | Süd / OW | 2.000 Wp + 2,0 kWh Mini-Speicher: Sweet Spot |
3–4 Personen mit hohem Abendanteil | 4.000–4.500 kWh | Süd / OW | 2.000 Wp + 2,0 kWh, 2,5 kWh nur bei Restüberschuss |
4+ Personen mit Wärmepumpe oder Wallbox | > 4.500 kWh | beliebig | Aufdach-PV erwägen, sofern eigener Dachzugang; ohne Dach bleibt 2.000 Wp + 2,0 kWh |
Die 4.500-kWh-Marke ist keine physikalische Grenze, sondern der Punkt, an dem im Regelfall Wärmepumpe, Wallbox oder ein Eigenheim mit Dachzugang dazukommen. Das Balkon-Maximum deckt dort mit seinen 1.380 kWh noch knapp ein Drittel des Jahresbedarfs. Die untere Marke von 2.500 kWh ist ebenso wenig physikalisch. Unterhalb davon liegt an einem Werktagabend regelmäßig zu wenig Last an, um 2,0 kWh Puffer bis zum nächsten Morgen zu leeren. Der Speicher startet dann teilgefüllt in den Tag und nimmt entsprechend weniger auf. Knapp wird an dieser Grenze der Abnehmer, nicht der Ertrag.
Zwei Bedingungen entscheiden unabhängig vom Jahresverbrauch:
- Wohndauer unter 5 Jahren: Maximalkonfiguration zurückhalten und modular planen. Der Speicher ist der teuerste Posten und amortisiert sich im Resthorizont nicht.
- Traglast der Halterung: Ist sie geringer als das Gewicht der geplanten Module oder unbekannt, wird der Statik-Nachweis fällig. Balkonhalterung führt durch diesen Nachweis; ohne ihn bleibt die Montage ein offenes Risiko für die Eigentümergemeinschaft.

Hardware-Kosten 2026 als Gesamtsumme
| Komponente | Preisspanne (deutscher Handel, brutto) | Wofür der Preisunterschied steht |
|---|---|---|
4–5 Module (je 400–500 Wp) | 800–1.200 € | Am oberen Ende Module mit Glas auf beiden Seiten; sie halten länger, liefern aber nicht mehr Strom |
800-VA-Wechselrichter | 250–350 € | Wandelt Modulstrom in Haushaltsstrom. Teurere Modelle haben zwei getrennte Eingänge, was bei unterschiedlich beschienenen Modulen hilft |
Mini-Speicher 2,0 kWh | 600–1.100 € | Preis nach Marke und späterer Erweiterbarkeit |
Halterung | 100–250 € | Klemme am Geländer günstiger als Aufständerung mit Ballast auf dem Boden |
Anschluss-Material | 50–100 € | Kabel, Stecker, Sicherung |
Gesamt | 1.800–3.000 € | Mit 2,5-kWh-Speicher statt 2,0 kWh: 150–250 € mehr, also 1.950–3.250 € |
Bevor eine Amortisationszeit dasteht, gehört die Frage dazu, die sie beantwortet. Es sind zwei, und sie fallen unterschiedlich aus. Lohnt sich die Anlage? Und lohnt sich der Speicher darin? Beide rechnen mit demselben Rechenfall (1.380 kWh Ertrag, davon 1.050 kWh selbst verbraucht, 330 kWh eingespeist), aber gegen verschiedene Kosten. Alle vier Eingangsgrößen der folgenden Tabelle sind deutsch, nämlich 800-VA-Kappung, 37 ct Strompreis, 7,70 ct Vergütung (Stand seit 01.08.2026) und deutscher Handelspreis. Für Österreich und die Schweiz steht die Umrechnungsrichtung unten in „Geltungsgrenze".
| Frage | Rechnung pro Jahr | Investition (Mitte der Spanne) | bezahlt nach |
|---|---|---|---|
Lohnt die Anlage, verglichen mit gar keiner? | 1.050 kWh × 37 ct + 330 kWh × 7,70 ct = rund 414 € | 2.400 € (Gesamt) | rund 6 Jahre |
Lohnt der Speicher, verglichen mit derselben Anlage ohne ihn? | 570 kWh mehr Eigenverbrauch × 29 ct Spreizung = rund 165 € | 850 € (nur Speicher) | rund 5 Jahre |
Lohnt 2,5 statt 2,0 kWh? | aus den 330 kWh Resteinspeisung realistisch 100–170 kWh × 29 ct = rund 30–50 € | 200 € (nur der Aufpreis) | rund 4 bis 7 Jahre |
Die 570 kWh sind der Abstand zwischen den 1.050 kWh mit Speicher und den rund 480 kWh, die derselbe Haushalt ohne Speicher direkt verbraucht (35 Prozent von 1.380 kWh, die Mitte der 30 bis 40 Prozent aus dem Abschnitt oben). Angebote nennen die erste Zahl, Speicher-Vergleiche die zweite; beide liegen innerhalb der Speicher-Lebensdauer von 10 bis 15 Jahren.
Die dritte Zeile hat eine harte Obergrenze: Mehr als die 330 kWh, die im 2,0-kWh-Fall noch eingespeist werden, kann ein größerer Speicher nicht holen, und 0,5 kWh mehr Puffer greifen nur an Tagen mit Überschuss nach Sonnenuntergang. Der Schritt auf 2,5 kWh ist deshalb keine Frage des Jahresverbrauchs, sondern des eigenen Restüberschusses; wer ihn nicht kennt, kauft 2,0 kWh und erweitert bei Bedarf über Speicher-Größe nach Jahresverbrauch. Für den eigenen Jahresverbrauch bleibt damit zunächst die 2,0-kWh-Variante die risikoärmere Wahl.

Traglast der Halterung als Grenzfaktor
2.000 Wp bedeuten 4 bis 5 Module mit einem Gesamtgewicht von 60–100 kg, plus Wind- und Schneelast. Damit ist die Halterung das erste Bauteil, das an seine Grenze kommt. Geraten Geländer, Etage oder Modulgewicht in den Grenzbereich, wird aus dem Speicher-Vorteil zuerst ein Nachweis- und Beschlussfall.
Wer in die obere Modulleistung geht, prüft die Statik vor dem Auftrag, nicht danach. Ein zurückgeschickter Speicher ist ärgerlich, ein nicht montierbares Vier-Modul-Set ist teuer.
Welche Halterung welchen Nachweis verlangt (Klemme am Geländer, Ballast auf dem Balkonboden, Wandanker, Schrägdach) und ab welchem Modulgewicht, welcher Etage und welcher Windzone nach deutscher Normung eine zertifizierte Hersteller-Halterung Pflicht wird, steht vollständig in Balkonhalterung und Montage. Diese Grenzwerte hängen nicht an der Modulleistung; 4 bis 5 Module erreichen sie nur deutlich schneller als 2. Österreich und die Schweiz führen eigene Wind- und Schneelastzonen und eigene Abnahmerollen. Das Prinzip bleibt gleich, die Zahlen und die Pflicht nicht.
Anmeldung in Deutschland: zwei Einträge, nicht einer
Im Marktstammdatenregister stehen zwei Einträge: einer für die Modul-Wechselrichter-Einheit und ein zweiter, eigenständiger Eintrag für den Speicher (§ 21 MaStRV).
Vor dem Register steht in einer Wohnungseigentümergemeinschaft noch ein zweiter Vorgang. Die Montage an Geländer, Fassade oder Brüstung berührt Gemeinschaftseigentum und gilt seit § 20 Abs. 2 Nr. 5 WEG als privilegierte bauliche Veränderung. Der Anspruch reicht bis zum Ob. Über Ausführung und Aussehen beschließt weiterhin die Gemeinschaft, und dieser Beschluss braucht eine Versammlung. Wer im Frühjahr montieren will, setzt den Punkt auf die Tagesordnung, bevor die Halterung im Warenkorb liegt.
Ein vergessener Speicher-Eintrag hat dieselben Folgen wie eine vergessene Anlagen-Anmeldung: Versicherungs-Diskussionen, Garantie-Lücken, Versorgerkonflikte im Schadensfall. Details zur MaStR-Routine liefert Balkonkraftwerk anmelden in Deutschland 2026; wer diesen zweiten Eintrag vergisst, riskiert dieselben Folgen.
Geltungsgrenze: was in Österreich und der Schweiz neu zu rechnen ist
Wer in Deutschland liest, hat mit dem Abschnitt oben alles beisammen. Die Zahlen dieses Beitrags gelten dort unverändert, und die Empfehlung am Ende steht auch ohne diesen Abschnitt. Er beantwortet die Frage, was von der Rechnung übrig bleibt, wenn die Wechselrichter-Obergrenze eine andere ist.
Die vier Schwellen hängen an Kilowattstunden und Modulgewicht und gelten deshalb in allen drei Ländern. Die Zahlen hängen dagegen an der Wechselrichter-Obergrenze. Aus den deutschen 800 VA kommen die 11 Prozent Drosselverlust, daraus die 1.380 kWh, daraus die Eigenverbrauchsquote, daraus die 414 € und 165 € der beiden Rechnungen und daraus beide Amortisationszeiten. Ist diese Obergrenze im eigenen Land eine andere oder gar nicht gesetzt, verschiebt sich die Rechnung; der Anmeldeweg bleibt derselbe. Die erste Tabellenspalte ist für AT und CH deshalb die Voraussetzung für alles darüber:
| Land | Steckbare Leistung (Basis der Rechnung) | Meldeweg | Anschlussart |
|---|---|---|---|
Deutschland | 800 VA Wechselrichter-Ausgangsleistung, bundesweit gesetzt (VDE-AR-N 4105); die Zahl dieses Beitrags | Marktstammdatenregister für die Anlage, plus separater Speicher-Eintrag | Ab 960 Wp Modulleistung Wieland-Steckdose oder feste Klemme (DIN VDE V 0126-95:2025-12) |
Österreich | 800 W Engpassleistung nach ElWOG 2010 § 17a, bundesweit gesetzt; Rechnung übertragbar, Beträge nicht | Netzbetreiber-Meldung und Zustimmung der Eigentümergemeinschaft, nicht über das deutsche MaStR | Schuko bis 800 VA zulässig, Ausführung nach Vorgabe des Netzbetreibers |
Schweiz | Keine landesweit einheitliche Grenze. Der Netzbetreiber legt sie fest; sie kann über oder unter 800 VA liegen, und bis sie feststeht, ist keine Ertragszahl dieses Beitrags übertragbar | Netzbetreiber- und kantonale Vorgaben ohne deutsche MaStR-Pflicht | T13 oder T23 statt Schuko, ohne Wieland-Steckdose; in mehreren Kantonen Festanschluss durch eine kontrollberechtigte Person |
Die Richtung dieser Verschiebung ist absehbar. Liegt die steckbare Leistung über 800 VA, fällt der Drosselverlust kleiner aus, der Jahresertrag steigt über die 1.380 kWh und die Verbrauchsbänder wandern nach oben. Ein Haushalt jenseits von 4.500 kWh kann dann wieder im Anwendungsbereich liegen. Liegt die Grenze darunter, gilt das Gegenteil und die Amortisationszeiten werden länger.
Für Österreich verschieben abweichender Strompreis und abweichende Rücklieferung Ersparnis und Amortisation. Die 800-W-Grenze meint dort die Engpassleistung, nicht die Modulfläche und nicht den Speicher als Batterie; der EAG-Speicherbonus greift erst ab 10 kWp. Den vollständigen Meldeweg beschreibt Balkonkraftwerk anmelden in Österreich, er unterscheidet sich vom deutschen MaStR-Verfahren.
Für die Schweiz steht vor jeder Ertragsrechnung eine Reihenfolge:
- Netzbetreiber klären, welche steckbare Leistung gilt.
- Vermieter oder Verwaltung vor der Montage mit Datenblatt, Halterungsnachweis und Rückbauzusage anfragen.
- Kanton oder Gemeinde prüfen, wenn Balkon, Fassade, Ortsbild oder Denkmalschutz sichtbar betroffen sind.
- Rücklieferung lokal behandeln; eine bundesweit einheitliche Steckersolar-Vergütung gibt es nicht.
Solange Punkt 1 offen ist, ist die Bestellung verfrüht, weil die Wirtschaftlichkeit unbekannt bleibt. Die Schweizer PV-Logik mit Einmalvergütung und kantonalen Regeln steht in Photovoltaik in der Schweiz, sie ersetzt aber nicht die Rückfrage beim eigenen Netzbetreiber.
Ab welchem Verbrauch sich 2.000 Wp mit Speicher tragen
Empfohlen 2.000 Wp + Mini-Speicher 2,0 kWh, wenn alle vier Bedingungen zutreffen:
- Jahresverbrauch 2.500–4.500 kWh mit 2,0 kWh (2,5 kWh nur bei belegtem Restüberschuss)
- Eigenverbrauchsfenster tagsüber < 4 Stunden
- Wohnsituation ≥ 5 Jahre Resthorizont
- Halterung trägt das Modul-Gewicht ohne Sonder-Statik
Nicht empfohlen bei:
- Verbrauch < 2.500 kWh ohne nennenswerte Tageslast (Über-Dimensionierung, dann 1.200–1.600 Wp + 1,5 kWh)
- Mietverhältnis < 5 Jahre Resthorizont (Lebensdauer-Match-Problem)
- Absehbarer Wechsel zu Aufdach-PV in 3–5 Jahren (Restwert-Verlust)
- Statik-Bedenken am Geländer (zertifizierte Hersteller-Halterung dann zwingend)
Empfohlen Aufdach-PV statt Balkon-Maximum, wenn alle drei zusammenkommen:
- Jahresverbrauch > 4.500 kWh
- Wärmepumpe oder Wallbox geplant
- Eigenheim mit eigenem Dachzugang
Fehlt das dritte, also bei Mietwohnung oder Eigentumswohnung ohne Dachrecht, bleibt das Balkon-Maximum auch über 4.500 kWh sinnvoll. Es deckt dann einen kleineren Anteil, steht aber gegen keine Anlage statt gegen eine Dachanlage.
Die Form dieser vier Bedingungen gilt in Deutschland, Österreich und der Schweiz gleichermaßen, denn sie fragen nach Verbrauch, Tagesfenster, Wohndauer und Balkon. Zwei davon tragen deutsche Zahlen. Die Verbrauchsbänder von 2.500 bis 4.500 kWh sind aus einer auf 800 VA gekappten Anlage abgeleitet, die Beträge stammen aus dem deutschen Preisabstand. In Österreich rechnen Sie dieselbe Logik bei gleicher Kappung mit eigenen Beträgen. In der Schweiz stehen beide Größen erst fest, wenn der Netzbetreiber die steckbare Leistung genannt hat; bis dahin bleibt der Kasten eine Struktur zum Ausfüllen.
Speicher-Größe nach Jahresverbrauch übersetzt Ihren Jahresverbrauch in die passende Speichergröße.
Häufige Fragen
Warum nicht direkt Aufdach-PV bei vorhandenem Eigenheim?
Aufdach-PV mit 4–8 kWp ist die nächste Stufe, kostet aber 8.000–14.000 € statt 1.800–3.000 € für das Balkon-Maximum. Sie lohnt den Sprung, wenn Jahresverbrauch über 4.500 kWh, geplante Großverbraucher und eigener Dachzugang zusammenkommen. Fehlt einer davon, bleibt das Balkon-Maximum die tragfähigere Wahl.
Lohnen sich 4 oder 5 Module?
4 Module à 500 Wp = 2.000 Wp ist die häufigste Konfiguration. 5 Module à 400 Wp = 2.000 Wp ist äquivalent, mit niedrigerem Einzelgewicht und teils günstigerer Statik. Die Wahl folgt der verfügbaren Balkon-Fläche.
Kann ich den Speicher später ergänzen?
Ja, wenn der Wechselrichter und das Energiemanagement das vorsehen. Modulare Speicher-Familien (Anker SOLIX, Zendure, Solakon) erlauben den Schritt von 1,5 auf 2,0 oder 2,5 kWh ohne Wechselrichter-Tausch.
Muss ich für 2.000 Wp eine Wieland-Steckdose installieren?
In Deutschland ja. Bei mehr als 960 Wp Modulleistung am Schuko-Stecker ist die Wieland-Steckdose oder eine feste Klemme über eine Energiesteckdose Pflicht (DIN VDE V 0126-95:2025-12). In Österreich und der Schweiz gelten dieser Steckertyp und diese Vornorm so nicht; die Anschlussart gehört dort vor der Bestellung beim Netzbetreiber erfragt.
Ich bin Mieter, verbrauche über 4.500 kWh und habe keinen Dachzugang — was dann?
Aufdach-PV ist in dieser Lage keine Option, und 2.000 Wp decken bei diesem Verbrauch je nach Höhe ein Viertel bis knapp ein Drittel. Sinnvoll bleibt die maximale Konfiguration trotzdem, wenn die Wohndauer stimmt: Der erzeugte Strom wird vollständig selbst verbraucht, und die Amortisation fällt kürzer aus als im Sweet-Spot-Fall. Das Setup entlastet dann die Grundlast. „Maximal" heißt dabei in Deutschland 2.000 Wp an 800 VA; in Österreich und der Schweiz setzt die örtliche Engpassleistung die Obergrenze. Bei Wallbox oder Wärmepumpe lohnt zusätzlich die Frage nach einer Gemeinschaftsanlage, in Deutschland Mieterstrom genannt, in Österreich Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft, in der Schweiz Zusammenschluss zum Eigenverbrauch.
Hat 2.000 Wp Auswirkungen auf die Versicherung?
In Deutschland decken die meisten Versicherer Steckersolar bis zur Grenze des vereinfachten Verfahrens (800 VA Wechselrichter + 2.000 Wp Modul) standardmäßig ab; bei höherer Modulleistung gehört die Mitversicherung in Hausrat und Haftpflicht trotzdem geprüft. In Österreich und der Schweiz ist der Deckungsumfang nicht an diese Grenze gekoppelt und gehört einzeln erfragt.
Die Speicherfrage im Detail

Balkonkraftwerk
Mit oder ohne Speicher: ab wann sich der Akku am Balkon rechnet
Wann lohnt sich der Speicher beim Balkonkraftwerk, wann nicht? Die Grenzwerte nach Jahresverbrauch, Eigenverbrauchsfenster und Wohndauer, mit Beispielrechnung.

Balkonkraftwerk
Nulleinspeisung beim Balkonkraftwerk: wann sie sinnvoll ist, wann nicht
Was Nulleinspeisung am Balkonkraftwerk bringt: Drosselung, Speicher und Smart Meter im Vergleich, mit Eigenverbrauchszahlen und der MaStR-Pflicht.

Balkonkraftwerk
Balkonkraftwerk mit Speicher: ab welcher Bedingung sich welche Konfiguration trägt
Balkonkraftwerk planen: 800 VA, 2.000 Wp, Speicher, Ausrichtung und Montage mit Rechenfall nach Lastprofil, Steckdose und Standort am Balkon.
