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19.06.2026 · 3 Min. Lesezeit

Photovoltaik-Förderung NRW 2026: progres.nrw und KfW richtig kombinieren

DACH-Recht und Förderung

Drei Wohnsituationen, drei Förderwege — was progres.nrw 2026 wirklich noch bietet und wie Sie Bund und Kommune sauber kombinieren. Stand: 25.05.2026.

Photovoltaik-Förderung NRW 2026: progres.nrw und KfW richtig kombinieren

In Suchergebnissen zu „PV-Förderung NRW 2026" steht oft die irreführende Verkürzung „progres.nrw eingestellt". Das Programm ist für Privat-Dach-PV nicht mehr offen. Für Mieterstrom-Hauselektrik in Mehrfamilienhäusern und für Spezialanwendungen wie Agri-PV, Floating-PV und Fassaden-PV läuft progres.nrw weiter, bis mindestens 30.06.2027. Für drei Wohnsituationen ergeben sich drei verschiedene Förderpfade: Eigenheim, Mieterwohnung, Vermieter mit Mieterstrom-Plänen. Dieser Beitrag sortiert die Lage sauber und zeigt, wie KfW, Kommune und progres.nrw zusammenspielen. Stand: 25. Mai 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • progres.nrw 2026: Für Privat-Dach-PV nicht mehr verfügbar; Mieterstrom-Hauselektrik und Spezialanwendungen (Agri-/Floating-/Fassaden-PV) laufen bis 30.06.2027 weiter.
  • Eigenheim-Pfad: KfW 270 + kommunale Programme (Köln, Düsseldorf, Bonn, Gelsenkirchen) + Bundespaket.
  • Mieter-Pfad: Balkonkraftwerk-Programme einzelner Städte + Mietrecht nach § 554 BGB.
  • Vermieter / WEG-Pfad: progres.nrw Mieterstrom-Hauselektrik (bis 20.000 Euro pro Netzanschluss) + KfW + Kommune.
  • Maximalförderquote für Land + Bund: 60 Prozent der Investitionskosten.
  • Bezirksregierung Arnsberg ist Bewilligungsstelle, NRW.BANK verwaltet die Programmlinien.
  • Stand: 25.05.2026, nächste Prüfung 25.11.2026.

progres.nrw 2026, was ist drin, was ist draußen

Die häufigste Fehlinformation über NRW-PV-Förderung ist die pauschale Aussage „progres.nrw ist eingestellt". Sie trifft für einen Teil zu, für andere nicht. Die saubere Zerlegung:

Nicht mehr förderfähig über progres.nrw: Aufdach-PV-Anlagen für selbstgenutzte Privathaushalte. Diese Linie wurde Mitte der 2020er-Jahre eingestellt; Eigenheim-Eigentümer greifen seither auf das Bundespaket plus kommunale Programme zurück.

Weiter förderfähig über progres.nrw bis 30.06.2027:

  • Mieterstrom-Hauselektrik für Mehrfamilienhäuser mit mindestens drei Wohneinheiten (bis 20.000 Euro pro Netzanschluss).
  • Spezialanwendungen: Agri-Photovoltaik, Floating-Photovoltaik, Fassaden-Photovoltaik.
  • Planungs- und Beratungsleistungen für Quartierskonzepte und Energiegemeinschaften.
  • Klimaschutztechnik-Programmbereich (über die Förderlinien hinaus für PV-spezifische Forschungs- und Pilotvorhaben).

Wer als Vermieter oder WEG ein Mehrfamilienhaus mit Mieterstrom-Plan plant, hat damit eine substantielle Förderquelle, die in vielen SERP-Antworten verloren geht.

Was der Bund leistet

Das Bundespaket 2026 ist in NRW identisch mit dem Rest Deutschlands: KfW 270 (zinsgünstiger Kredit), EEG-Einspeisevergütung (7,78 / 12,34 ct/kWh in der 10-kWp-Klasse Stand Q1/2026), 0 Prozent Mehrwertsteuer seit 2023 (§ 12 Abs. 3 UStG), Einkommensteuer-Befreiung für Anlagen bis 30 kWp (§ 3 Nr. 72 EStG). Details in Einspeisevergütung Deutschland 2026.

Smart-Meter-Pflicht greift in NRW ab den bundesweiten Schwellen (≥ 6.000 kWh, PV ≥ 7 kWp, steuerbare Last ≥ 4,2 kW). Details in Smart Meter in DACH 2026.

Kommunal-Mosaik NRW 2026

Vier NRW-Großstädte führen 2026 eigene Förderprogramme, die mit dem Bundespaket kombinierbar sind.

NRW-Stadtszene mit Wohngebäuden, PV-Dächern und dezenter Industriesilhouette.
NRW-Stadtszene mit Wohngebäuden, PV-Dächern und dezenter Industriesilhouette.
StadtProgramm 2026Größenordnung

Köln

PV + Speicher

1.500–2.500 € PV, 500–1.300 € Speicher

Düsseldorf

PV + Speicher

bis 10.000 € PV, bis 10.000 € Speicher

Bonn

PV + Steckersolar

aktiv, Stand-Datum prüfen

Gelsenkirchen

PV-Anlagen Privathaushalt

aktiv

Werte als Größenordnung 2026; die exakten Sätze und Budgets werden über die Stadt-Webseiten und die NRW.BANK-Förderdatenbank publiziert. Antrag vor Auftrag ist in jeder Kommune Pflichtbedingung.

Mehrere weitere NRW-Kommunen führen kleinere Balkonkraftwerk-Programme (Bochum, Dortmund, andere). Wer als Mieter ein Steckersolar-Programm sucht, prüft die Webseite der eigenen Stadt.

Drei Wohnsituationen, drei Linien

Drei Wohnsituationen, drei Linien

### Eigenheim: KfW + Kommune Wer ein Einfamilienhaus oder ein selbstgenutztes Eigenheim besitzt und PV nachrüsten will, kombiniert KfW 270 mit dem kommunalen Programm. Die Reihenfolge: KfW-Antrag bei der Hausbank vor Auftragserteilung, parallel Kommunal-Antrag bei der Stadt, dann Vertrag mit dem PV-Installateur. Die kommunale Förderung wird typisch als Zuschuss ausgezahlt, der KfW-Kredit als zinsgünstiges Darlehen. Für eine 8-kWp-Anlage in Köln summieren sich Kommunal-Zuschuss und 0-Prozent-MwSt-Vorteil auf einen Eigenanteil im Bereich klassischer Heizungsinvestitionen. ### Mieter: Balkonkraftwerk-Programme plus Mietrecht Mieter haben keinen Anspruch auf Förderung für eine Aufdach-Anlage; die Anlage bleibt Sache des Eigentümers. Was Mieter dürfen: ein Balkonkraftwerk nach § 554 BGB mit Zustimmung des Vermieters montieren. Einige NRW-Städte (Bonn, Bochum, Dortmund) führen explizite Balkonkraftwerk-Förderungen für Mieter im niedrigen dreistelligen Bereich. Wer als Mieter plant, geht den Weg: Vermieter-Antrag mit vollständigen Unterlagen (siehe Balkonhalterung und Montage), kommunalen Zuschuss prüfen, Anmeldung im Marktstammdatenregister (siehe Balkonkraftwerk anmelden in Deutschland 2026). ### Vermieter / WEG: progres.nrw Mieterstrom-Hauselektrik Hier liegt der oft übersehene Förderhebel. Eigentümer eines Mehrfamilienhauses mit mindestens drei Wohneinheiten, die Mieterstrom anbieten möchten, beantragen über progres.nrw die Förderung der Hauselektrik: bis zu 20.000 Euro pro Netzanschluss mit 45 Prozent der förderfähigen Kosten. Das deckt Zähler, Verteilung und Mieterstrom-spezifische Verkabelung. Kombiniert mit KfW 270 für die PV-Anlage und einem kommunalen Programm (Köln, Düsseldorf) erreicht die Gesamt-Förderquote bis zu 60 Prozent der Investitionskosten, den gesetzlichen Deckel für Bund-Land-Kombinationen. Antrag bei der Bezirksregierung Arnsberg als Bewilligungsstelle, Bagatellgrenze 350 Euro, Antrag vor Auftrag. Updates zur DACH-Förderlage erscheinen halbjährlich. Der nächste Quartalsüberblick steht hier: DACH-Förder- und Rechtsupdate Q3/2026.

Drei-Linien-Schwellen-Tabelle

WohnsituationFörder-LinienEmpfehlung

Eigenheim, Anlage ≥ 5 kWp, Auftrag nicht erteilt

KfW 270 + Kommune (Köln, Düsseldorf, Bonn, Gelsenkirchen)

Beide Anträge parallel vor Auftrag stellen

Eigenheim, kleinere Gemeinde

KfW 270 + Einspeisevergütung

Bundespaket nutzen, Kommunalrecherche optional

Mieter mit Balkonkraftwerk-Wunsch

Kommunale Balkonkraftwerk-Programme + § 554 BGB

Programm-Suche in der eigenen Stadt; Vermieter-Antrag

Vermieter / WEG ≥ 3 Wohneinheiten mit Mieterstrom-Plan

progres.nrw Hauselektrik (≤ 20.000 €) + KfW + Kommune

progres.nrw-Antrag bei Bezirksregierung Arnsberg; Max. 60 % Gesamtquote

Spezialanwendung (Agri-, Floating-, Fassaden-PV)

progres.nrw Klimaschutztechnik

NRW.BANK / Bezirksregierung Arnsberg

Auftrag bereits erteilt

Keine Förderquelle mehr

Antrag vor Auftrag ist Pflicht

Empfohlen Kommunal-Antrag plus KfW im Eigenheim-Fall.

Empfohlen progres.nrw Mieterstrom-Linie für Mehrfamilienhäuser.

Nicht empfohlen progres.nrw-Antrag für Privat-Dach-PV: Linie nicht offen, der Antrag wird abgelehnt.

Nicht empfohlen Auftragserteilung vor Antragstellung: alle Förderpfade verlangen Antrag vor Auftrag.

Verfahrens-Reihenfolge

Die Reihenfolge ist entscheidend.

Planungstisch mit geordneter Reihe blanker Antragskarten, Notizbuch und Tablet — Antrag vor Auftrag als Reihenfolge angedeutet.
Planungstisch mit geordneter Reihe blanker Antragskarten, Notizbuch und Tablet — Antrag vor Auftrag als Reihenfolge angedeutet.

Erstens: KfW-Antrag bei der Hausbank. Beratungstermin vereinbaren, Antrag stellen. Verbindlich vor Auftragserteilung.

Zweitens: Kommunal-Antrag bei der Stadtverwaltung (Köln, Düsseldorf, Bonn, Gelsenkirchen). Parallel oder kurz nach dem KfW-Antrag.

Drittens (nur bei Mieterstrom): progres.nrw-Antrag bei der Bezirksregierung Arnsberg über die NRW.BANK-Plattform. Auch hier vor Auftrag.

Viertens: Auftrag erteilen an den PV-Installateur, nachdem alle Förderanträge eingereicht sind.

Fünftens: Installation und MaStR-Anmeldung.

Sechstens: Auszahlung der Zuschüsse nach Abschluss und Rechnungsvorlage.

Drei Förderpfade in NRW: Eigenheim, Mieter und Vermieter mit jeweils passenden Bausteinen.
Drei Förderpfade in NRW: Eigenheim, Mieter und Vermieter mit jeweils passenden Bausteinen.

Maximale Förderquote 60 Prozent

Die Kombination von Land + Bund ist auf 60 Prozent der förderfähigen Investitionskosten gedeckelt. Das schützt vor Überförderung, schränkt aber auch die Stapelbarkeit ein. Wer rechnet:

  • KfW 270 als zinsgünstiger Kredit zählt zur Förderquote, aber als Kredit, nicht als Zuschuss.
  • Kommunal-Zuschuss + progres.nrw-Zuschuss zählen direkt.
  • Bagatellgrenze von 350 Euro: Antragsverfahren mit niedrigeren Förderbeträgen lohnen nicht.

In der Praxis erreichen Eigenheim-Eigentümer typisch 30–45 Prozent Quote (Kommune + Bundespaket). Vermieter mit Mieterstrom-Plänen erreichen die volle 60-Prozent-Quote.

Bezirksregierung Arnsberg als Bewilligungsstelle

Bezirksregierung Arnsberg als Bewilligungsstelle

Die Bewilligungsstelle für progres.nrw-Anträge ist die Bezirksregierung Arnsberg. Sie ist die zentrale Bewilligungsstelle für ganz Nordrhein-Westfalen, nicht nur für den Regierungsbezirk Arnsberg. Anträge werden über die NRW.BANK elektronisch eingereicht und nach Prüfung von Arnsberg bewilligt. Bearbeitungszeit typisch 6–12 Wochen, je nach Programmlinie und Antragslage. Wer den Antrag vorbereitet, hält Investitionskosten-Voranschläge, technische Unterlagen und das Mieterstrom-Konzept (falls relevant) bereit. Wer die Förderpfade in NRW geklärt hat, prüft als Nächstes:

Häufige Fragen

Ist progres.nrw 2026 abgeschafft?

Nein. Für Privat-Dach-PV nicht mehr offen, aber für Mieterstrom-Hauselektrik, Spezialanwendungen und Beratung weiter aktiv bis 30.06.2027.

Kann ich progres.nrw für mein Einfamilienhaus beantragen?

Für Standard-Aufdach-PV nicht. Für Fassaden-PV oder eine Agri-PV-Pilotanlage am eigenen Grundstück: ja, in der Spezialanwendungs-Linie.

Wie hoch ist die Mieterstrom-Hauselektrik-Förderung?

Bis 20.000 Euro pro Netzanschluss, 45 Prozent der förderfähigen Kosten. Bagatellgrenze 350 Euro.

Können kleinere NRW-Städte Programme haben, die ich nicht kenne?

Ja. Die hier genannten vier sind die bekanntesten; viele weitere NRW-Kommunen führen Balkonkraftwerk-Programme oder kleinere PV-Zuschüsse. Stadtwebseite und Förderdatenbank des Bundes prüfen.

Was passiert nach 30.06.2027 mit progres.nrw?

Die NRW.BANK hat eine Anschlussregelung angekündigt, der genaue Stand ist Mai 2026 noch offen. Wer Mieterstrom plant, beantragt vor 30.06.2027.

Wie kombiniere ich KfW und Kommune sauber?

Die Reihenfolge ist KfW-Antrag bei Hausbank, dann Kommunal-Antrag. Beide vor Auftrag. Die Kommune erkennt den KfW-Antrag in der Regel als ersten Schritt an.

Brauche ich für die Vermieter-Linie einen Energieberater?

Empfohlen, vor allem für den Mieterstrom-Plan. C.A.R.M.E.N. (Bayern) und Energieagenturen anderer Länder bieten vergleichbare Beratung; in NRW ist die NRW.BANK-Beratung der primäre Ansprechpartner.

Quellen und Stand

Quellen

  1. [1]NRW.BANK / progres.nrw: Programmbereich Klimaschutztechnik, abgerufen am 25.05.2026
  2. [2]Bezirksregierung Arnsberg: Bewilligungsstelle progres.nrw
  3. [3]KfW: Konditionsblatt Programm 270, Stand 2026
  4. [4]Stadt Köln: Förderrichtlinie PV + Speicher 2026
  5. [5]Stadt Düsseldorf: Förderrichtlinie PV + Speicher 2026
  6. [6]Stadt Bonn, Stadt Gelsenkirchen: kommunale Programme 2026
  7. [7]Bundesnetzagentur: EEG-Fördersätze 2026
  8. [8]§ 12 UStG (0 Prozent), § 3 Nr. 72 EStG, § 554 BGB
  9. [9]metergrid: Mieterstrom-Konfigurations-Übersicht

Nächste Prüfung dieses Beitrags: 25.11.2026 (halbjährlich, Kommunal- und progres.nrw-Update).

Flow-Schema: Eigentum / Mieter / Vermieter mit jeweils zugehöriger Förderlinie.
Flow-Schema: Eigentum / Mieter / Vermieter mit jeweils zugehöriger Förderlinie.
NRW-Karte mit vier Förder-Städten (Köln, Düsseldorf, Bonn, Gelsenkirchen) und Balkonkraftwerk-Programmstädten.
NRW-Karte mit vier Förder-Städten (Köln, Düsseldorf, Bonn, Gelsenkirchen) und Balkonkraftwerk-Programmstädten.
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