Bayern hat keine landesweite Photovoltaik-Förderung für Privathaushalte. Das ist 2026 seit Jahren so, wird in der öffentlichen Diskussion aber regelmäßig falsch eingeordnet. Der Förderhebel für Bayern-PV liegt auf zwei Ebenen: dem Bundespaket (KfW 270, EEG-Einspeisevergütung, 0 Prozent Mehrwertsteuer, Einkommensteuer-Befreiung) und dem kommunalen Mosaik. Fünf bayerische Städte führen 2026 eigene Programme mit Zuschüssen zwischen 100 und 2.500 Euro. Die Recherche lohnt sich, weil ohne Antrag vor Auftragserteilung das Geld verfällt.
Das Wichtigste in Kürze
- Keine landesweite Bayern-PV-Förderung für Privathaushalte; Förderhebel liegen auf Bundes- und Kommunal-Ebene.
- Bundespaket 2026: KfW 270 (zinsgünstiger Kredit), Einspeisevergütung 7,70 / 12,22 ct/kWh (seit 01.08.2026), 0 Prozent MwSt, Einkommensteuer-Befreiung bis 30 kWp.
- Kommunal-Mosaik fünf Städte: Regensburg, Augsburg aktiv; München FKG seit 31.12.2024 eingestellt; Würzburg neue Periode „Klimaneutral Wohnen" ab Mai 2026; Nürnberg variabel.
- Antrag vor Auftrag ist Pflichtbedingung jeder Kommunal-Förderung.
- C.A.R.M.E.N. als bayerische Beratungsstelle für Förderfragen.
Warum es in Bayern keine landesweite PV-Förderung gibt
Bayern verfolgt seit Jahren die Linie, die PV-Förderung in der Verantwortung des Bundes zu sehen. Das Argument: das EEG und die KfW-Programme deckten den Großteil der Förderhebel ab, eine Doppelförderung würde die Bundesmittel nur regional verschieben.
In der Praxis heißt das: Wer in Bayern eine PV-Anlage baut, hat Zugang zu denselben Bundes-Förderinstrumenten wie in jedem anderen Bundesland. Die zusätzliche Förder-Ebene entsteht ausschließlich auf kommunaler Seite. Dort haben fünf Städte 2026 eigene Programme aufgelegt, der Rest Bayerns verlässt sich auf das Bundespaket.
Das verteilt die Förderung anders, ohne sie insgesamt zu schmälern. Wer in Regensburg, Augsburg oder Würzburg wohnt, kann Bund plus Kommune kumulieren, wie in NRW (Köln, Düsseldorf) oder Baden-Württemberg (kommunale Programme). Wer in der ländlichen Oberpfalz lebt, hat das Bundespaket allein, wie in vergleichbaren Lagen in Hessen oder Niedersachsen.
Was der Bund leistet
Das Bundespaket 2026 besteht aus vier Bausteinen.
- KfW-Programm 270 (Erneuerbare Energien – Standard): zinsgünstiger Kredit bis 100 Prozent der Investitionskosten, Laufzeit bis 30 Jahre, Konditionen quartalsweise aktualisiert. Beantragt wird vor der Auftragserteilung über die Hausbank.
- Einspeisevergütung: seit dem 01.08.2026 gelten 7,70 ct/kWh bei Teileinspeisung und 12,22 ct/kWh bei Volleinspeisung für 10-kWp-Anlagen; davor waren es 7,78 beziehungsweise 12,34 ct. Die nächste Senkung folgt am 01.02.2027. Der Satz des Anschlusstages steht danach 20 Jahre fest.
- 0 Prozent Mehrwertsteuer seit 2023 (§ 12 Abs. 3 UStG) für Anlagen an Wohngebäuden unter 30 kWp — das wirkt wie ein Rabatt von 19 Prozent.
- Einkommensteuer-Befreiung bis 30 kWp: Einnahmen aus Einspeisevergütung und Eigenverbrauch bleiben steuerfrei (§ 3 Nr. 72 EStG).
Wie die Vergütungssätze über die Anlagengrößen gestaffelt sind, führt Einspeisevergütung Deutschland 2026 aus.
Diese vier Bausteine wirken in jedem Bundesland gleich, also auch in Bayern.
Kommunal-Mosaik Bayern 2026
Fünf bayerische Städte führen 2026 eigene Förderprogramme. Die Konditionen ändern sich jährlich, manchmal auch unterjährig. Die Stand-Datum-Spalte bleibt entscheidend.

| Stadt | Programm | Größenordnung 2026 | Stand |
|---|---|---|---|
Regensburg | PV-Zuschuss + Speicher | 100 €/kWp, max. 1.500 € | aktiv |
Augsburg | PV ab 1 kWp + Steckersolar | 500 € Anlage, 100 € Steckersolar | aktiv |
Würzburg | „Klimaneutral Wohnen" | neue Periode ab Mai 2026 | aktiv (neu) |
München | Förderprogramm Klimaneutrale Gebäude (FKG) | eingestellt 31.12.2024 | nicht aktiv |
Nürnberg | wechselnde Programmlinien | variabel, Stand-Datum-spezifisch | variabel |
Werte als Größenordnung. Wer einen Antrag stellt, prüft die jeweilige aktuelle Richtlinie der Stadtverwaltung. C.A.R.M.E.N. e. V. als bayerische Beratungsstelle pflegt eine konsolidierte Übersicht.
Regensburg
Die Stadt Regensburg fördert PV-Anlagen mit 100 Euro pro Kilowatt-Peak, gedeckelt bei 1.500 Euro pro Antrag. Für eine 6-kWp-Anlage sind das 600 Euro, für eine 10-kWp-Anlage 1.000 Euro, für eine 15-kWp-Anlage greift der Deckel. Speicher werden separat ergänzt; aktuelle Sätze in der Richtlinie. Antrag vor Auftrag ist Pflicht.
Augsburg
Augsburg führt zwei Programme parallel:
- PV-Pauschalzuschuss. Anlagen ab einem Kilowatt-Peak, Größenordnung 500 Euro.
- Steckersolar-Zuschuss. 100 Euro für Balkonkraftwerke.
Das Steckersolar-Programm zielt explizit auf Mieterinnen und Mieter, das PV-Programm auf Eigentum.
Würzburg
Würzburg hat zum Mai 2026 die neue Förderperiode „Klimaneutral Wohnen" gestartet. Das Programm bündelt PV, Speicher, Wärmepumpe und Sanierung. Die genaue Förderhöhe je Komponente steht in der Förderbekanntmachung. Stand Mai 2026 sind die Sätze frisch publiziert, der Antrag wird über das Stadtportal eingereicht.
München
Das Münchner Förderprogramm Klimaneutrale Gebäude (FKG) wurde zum 31.12.2024 eingestellt. Eine direkte Nachfolge-Linie fehlt 2026. Münchner Eigentümer greifen für PV auf das Bundespaket zurück. Ergänzende kommunale Programme (Mieterstrom, Energieberatung) bestehen weiter, betreffen aber andere Gebäude-Aspekte als die PV-Anlage selbst.
Nürnberg
Nürnberg führt 2026 wechselnde Programmlinien, häufig im Rahmen von Klimaschutz-Quartiers-Projekten. Wer in Nürnberg wohnt, prüft den aktuellen Stand beim Umweltreferat oder bei der Energieagentur Nürnberg.
Quartalsupdates zur DACH-Förderlage erscheinen halbjährlich. Der nächste DACH-Drei-Spalter steht hier: DACH-Förder- und Rechtsupdate Q3/2026.
Verfahrens-Reihenfolge
Die Reihenfolge der Anträge ist entscheidend. Wer in der falschen Reihenfolge handelt, verliert Förderung.

- Bundespaket prüfen (KfW 270 mit Hausbank). Der KfW-Antrag muss vor Auftragserteilung gestellt werden. Die Hausbank ist die Antragsstelle, der direkte Weg zur KfW entfällt.
- Kommunalantrag parallel bei der Stadtverwaltung. Auch hier gilt: vor Auftragserteilung. Die meisten Städte erkennen den KfW-Antrag als ersten Schritt an und akzeptieren ihn als Beleg der Förder-Absicht.
- Auftrag erteilen an den PV-Installateur, nachdem die Anträge eingereicht sind. Die formelle Genehmigung der Förderung erfolgt teils nach der Installation, der Antrag selbst muss aber vor dem Vertragsschluss vorliegen.
- Installation und MaStR-Anmeldung (siehe Balkonkraftwerk anmelden in Deutschland 2026).
- Förderauszahlung nach Abschluss und Rechnungsvorlage. KfW-Kredit wird über die Hausbank ausgereicht, Kommunal-Zuschuss vom Stadtamt überwiesen.
Wann sich die Kommunal-Recherche lohnt
| Bedingung | Empfehlung |
|---|---|
Wohnort eine der fünf großen Bayern-Städte, Anlage ≥ 5 kWp, Auftrag nicht erteilt | Kommunalantrag prüfen, Stand-Datum + Budget-Status erfragen |
Wohnort kleinere Gemeinde, eigene Recherche schwer | C.A.R.M.E.N.-Beratung nutzen; meist nur Bundespaket |
Anlage < 5 kWp, Steckersolar | Kommunale Balkonkraftwerk-Programme (Augsburg, Würzburg) prüfen |
Mieter | Kein Eigentums-Programm; Balkonkraftwerk nach § 554 BGB, Stadt-Programm prüfen |
Vermieter / WEG | Mieterstrom-Förderung Bundesseite prüfen |
Auftrag bereits erteilt | Keine Kommunalförderung mehr möglich |
- Kommunalantrag prüfen, wenn Sie in Regensburg, Augsburg oder Würzburg wohnen und ab 5 kWp planen.
- Nur das Bundespaket, wenn Sie in München (Förderprogramm ausgelaufen), in Nürnberg ohne aktive Linie oder in einer Gemeinde ohne eigenes Programm wohnen. Die Suche kostet dort Zeit ohne Ergebnis.
- Nie den Auftrag vor dem Antrag erteilen. Alle Kommunal-Programme verlangen die Reihenfolge, und sie ist nicht heilbar.
- Förderung und Pflichten trennen: Der MaStR-Eintrag ist unabhängig davon, ob Sie Geld bekommen.
Spezialfall Mieter und Mieterstrom
Mieterinnen und Mieter haben in Bayern wie bundesweit Anspruch auf Zustimmung zur Balkonkraftwerk-Installation nach § 554 BGB. Eine Eigentums-Förderung greift bei ihnen aber ins Leere: Die Anlage gehört der Mietpartei, das Gebäude dem Vermieter — und die PV-Programme fördern das Gebäude. Zwei Städte haben darauf reagiert und Mieter-Module eingebaut, das Augsburger Steckersolar-Programm und das Würzburger Klimaneutral-Wohnen-Programm.
Vermieter und WEG mit Mieterstrom-Plänen greifen auf das Bundes-Mieterstrom-Programm zurück; ein eigenes bayerisches Mieterstrom-Programm gibt es 2026 nicht. Was mietrechtlich vor der Montage zu klären ist, führt Balkonhalterung und Montage einzeln auf.
C.A.R.M.E.N. als Beratungsstelle
Das Centrale Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk C.A.R.M.E.N. e. V. ist die bayerische Beratungsstelle für nachwachsende Rohstoffe und Erneuerbare Energien. Sie pflegt eine konsolidierte Förderdatenbank für Bayern, beantwortet Anfragen telefonisch und per E-Mail und ist als unabhängige Quelle gut etabliert. Wer unsicher ist, welches Programm im eigenen Ort greift, fragt zuerst dort.
Was der Bund trägt, unabhängig von Bayern
Vier Posten gelten in Bayern wie überall und brauchen keine Landesförderung.
- Nullsteuersatz: PV-Anlagen bis 30 kWp für Wohngebäude werden mit 0 Prozent Mehrwertsteuer geliefert und installiert (§ 12 Abs. 3 UStG). Das wirkt wie ein Sofortrabatt und braucht keinen Antrag.
- Einkommensteuer-Befreiung: Einnahmen aus Einspeisung und Eigenverbrauch bleiben bis 30 kWp steuerfrei (§ 3 Nr. 72 EStG).
- KfW 270: Zinsgünstiger Kredit bis zu 100 Prozent der Investitionskosten, Laufzeit bis 30 Jahre. Die Konditionen bewegen sich, der Zugang bleibt.
- Einspeisevergütung: 7,70 ct/kWh bei Teil-, 12,22 ct/kWh bei Volleinspeisung für 10-kWp-Anlagen, Stand seit 01.08.2026.
Zusammen tragen diese vier den größeren Teil der Rechnung. Die kommunale Förderung ist der Aufschlag, nicht die Grundlage — wer in einer Gemeinde ohne Programm wohnt, verliert deshalb weniger, als der Aufwand der Suche vermuten lässt.
Grenznähe Österreich
An den Grenzregionen zu Tirol, Salzburg und Oberösterreich wohnen viele Leser, die Vergleiche zur AT-Förderung anstellen. Österreich führt mit dem EAG-Investitionszuschuss eine bundesweite Förderung, die in Bayern fehlt. Die DACH-Vergleichsrechnung läuft aber selten zugunsten eines Wohnort-Wechsels, weil die AT-Strompreise und die abweichende Vergütungslogik die Bilanz verschieben. Details in Balkonkraftwerk anmelden in Österreich und OeMAG-Marktpreis lesen 2026. Wann sich in welchem der drei Länder ein Stichdatum bewegt, führt das DACH-Förder- und Rechtsupdate Q3/2026 quartalsweise nach.
Häufige Fragen
Gibt es in Bayern keine PV-Landesförderung?
Stand 2026 ja. Bayern verzichtet auf eine flächendeckende Landes-PV-Förderung für Privathaushalte. Spezialprogramme für Landwirtschaft und Gewerbe können davon abweichen.
Wie hoch ist der KfW-270-Zinssatz aktuell?
Wird quartärlich angepasst, im Bereich von rund 4–5 Prozent (Stand Q1/Q2 2026). Die aktuellen Konditionen stehen im KfW-Konditionsblatt.
Was passiert, wenn ich nach Auftrag einen Antrag stelle?
Die Kommunal-Programme lehnen ab. Eine nachträgliche Bewilligung bleibt die Ausnahme.
Kann ich KfW 270 und Kommunal-Zuschuss kombinieren?
Ja. Die Förderbestimmungen erlauben in der Regel die Kombination von Bundes-Förderkredit und Kommunal-Zuschuss.
Was bedeutet die Einkommensteuer-Befreiung praktisch?
Bei Anlagen bis 30 kWp Modulleistung entfällt die Pflicht, Einkünfte aus dem PV-Betrieb in der Steuererklärung anzugeben. Eine eigene Buchhaltung entfällt.
Lohnt sich C.A.R.M.E.N.-Beratung?
Für gezielte Förderfragen ja. Die Beratungsstelle hat einen breiten Überblick und pflegt die Datenbank aktiv.
Bekomme ich Förderung für mein Balkonkraftwerk?
In Augsburg und Würzburg (neue Periode 2026) ja. In den anderen vier Beispielstädten und im Rest Bayerns ist die Antwort meist „nur über das Bundespaket".
Programme anderer Länder

DACH-Recht und Förderung
Photovoltaik-Förderung Baden-Württemberg 2026: die Reihenfolge
Baden-Württemberg hat keine Landespauschale mehr. Was L-Bank, Kommunal-Programme und KfW stattdessen leisten — und in welcher Reihenfolge Sie beantragen.

DACH-Recht und Förderung
Photovoltaik-Förderung NRW 2026: progres.nrw und KfW richtig kombinieren
Drei Wohnsituationen, drei Förderwege — was progres.nrw 2026 wirklich noch bietet und wie Sie Bund und Kommune sauber kombinieren.

DACH-Recht und Förderung
KfW-Förderung für PV im Privathaushalt 2026: Kredit statt Zuschuss
Wie die KfW 270 für private PV-Anlagen funktioniert: kein Zuschuss, sondern zinsgünstiger Kredit. Antragspfad und Kombinations-Logik.
